- fanieboattours

- 8. Mai
- 3 Min. Lesezeit
Manche Reisen vergisst man nach ein paar Wochen wieder. Andere bleiben im Kopf hängen. Wie immer gehören die drei Tage auf unserer Weta Molas im Komodo National Park zur zweiten Kategorie.
Schon die Abfahrt in Labuan Bajo zu unserem drei Tage Live aboard in Komodo hatte etwas Besonderes. Der Hafen war laut, hektisch und voller Leben. Zwischen Fischerbooten, Speedbooten und dem üblichen Chaos begann unser kleines Abenteuer. Sobald wir den Hafen hinter uns gelassen hatten, wurde alles ruhiger. Das Meer wurde weiter, die Inseln grüner, und langsam stellte sich dieses Gefühl ein, wirklich unterwegs zu sein.
Der erste Tauchgang in Sebayur war direkt ein Highlight. Ein wunderschönes Riff mit leichter Strömung und unglaublich viel Leben. Besonders beeindruckt hat mich ein riesiger Giant Pufferfish, der völlig entspannt am Boden lag und sich von kleinen Shrimps putzen ließ. Überall Gelbstreifen-Snapper, Schildkröten und kleine Details im Riff, die man erst auf den zweiten Blick entdeckt.

Bei Tatawa Besar wurde mir wieder bewusst, warum Komodo für viele Taucher einer der schönsten Orte der Welt ist. Der Drift-Tauchgang war angenehm entspannt, nicht zu hektisch, sodass man wirklich Zeit hatte, das Riff zu genießen. Die Korallen wirkten unglaublich gesund und voller Farben. Ein Schwarzspitzenhai zog kurz vorbei und verschwand wieder im Blau. Genau diese Momente machen Tauchen für mich aus – nicht spektakulär inszeniert, sondern einfach echt.
Besonders in Erinnerung bleibt natürlich Manta Point. Schon bevor wir ins Wasser gingen, war die Spannung groß. Der Tauchplatz ist unglaubliche 2 Kilometer lang und als Drift Dive einfach beeindruckend. Zuerst begegnete uns ein Eagle Ray, der völlig unbeeindruckt neben uns nach Nahrung suchte. Kurz darauf tauchte ein komplett schwarzer Manta auf und zog langsam seine Kreise über der Putzerstation. Diese Ruhe und Eleganz der Tiere ist schwer zu beschreiben.

Gleichzeitig hat mich dort auch etwas nachdenklich gemacht. Man merkt inzwischen deutlich, wie viele Schnellboote täglich unterwegs sind. Manche Mantas tragen sichtbare Verletzungen. Natürlich stammen nicht alle von Booten, aber man fragt sich schon, wie lange dieser Ort die steigende Zahl an Besuchern noch verkraftet. Die Mantas wirken teilweise deutlich vorsichtiger als früher.
Auch Mawan war wunderschön, obwohl dort manchmal ziemlich viel los sein kann. Wenn viele Boote gleichzeitig dort sind, muss man sich die guten Plätze fast teilen. Und trotzdem bleibt es Natur – manchmal hat man Glück, manchmal eben nicht.


Für mich gehörten Tatawa Kecil und Batu Bolong zu den absoluten Highlights der Reise. Dort hatte ich einige meiner schönsten Begegnungen unter Wasser. Graue Riffhaie, ein ruhender Weißspitzenhai, riesige Trevally-Schulen und eine gewaltige Schildkröte, die völlig gelassen durchs Riff glitt. Besonders faszinierend war eine große Muräne, die sich in ein viel zu kleines Loch gezwängt hatte und zusammengerollt fast wie eine Schlange aussah.


Was dieses 3 Tage Live aboard in Komodo aber wieder zu einem besonderen Erlebnis gemacht, war die Atmosphäre an Bord. Zwischen den Tauchgängen einfach auf dem schattigen Deck zu liegen, das Meer zu beobachten oder bei Sonnenuntergang ein Bier zu trinken – genau diese kleinen Momente bleiben oft genauso stark in Erinnerung wie die Tauchgänge selbst.


Und das Essen war ehrlich gesagt unglaublich gut. Morgens selbsgemachtes Sauerteigbrot oder Nasi Goreng, mittags und abends lokale Gerichte, immer frisch gekocht und mit viel Liebe zubereitet. Unser Koch Son hat sich wirklich um alles gekümmert und die Zutaten auf dem lokalem Markt gekauft.
Ein weiteres Highlight war der Nachttauchgang in Siaba. Nachts verändert sich unter Wasser einfach alles. Im Licht der Lampen tauchen plötzlich Tiere auf, die man tagsüber kaum sieht. ein juveniler Fledermausfisch zeigte sich in seiner ganzen Pracht, zwei Scorpionfische nutzten unseren Lichtschein zum Jagen, überall kleine Shrimps und Krabben, und für einen kurzen Moment zeigte sich sogar ein kleiner Blue Ring Octopus im Sand, der aber leider nicht willens war sich fotografieren zu lassen.

Die drei Tage vergingen wieder unglaublich schnell.
Am letzten Tag stand noch Rinca auf dem Programm. Gemeinsam mit einem Ranger machten wir einen kurzen Trek über die Insel und begegneten mehreren Komodowaranen. Die meisten lagen ziemlich entspannt herum und ließen sich von den Besuchern kaum stören. Trotzdem spürt man sofort, dass diese Tiere wild sind und man ihnen mit Respekt begegnen sollte.
Wichtig zu wissen: Für den Trek braucht man geschlossene Schuhe – Flip-Flops sind nicht erlaubt. Außerdem muss man den Eintritt inklusive Rangergebühr direkt vor Ort in bar bezahlen.
Als wir am letzten Nachmittag wieder in Labuan Bajo ankamen, hatte ich das Gefühl, deutlich länger unterwegs gewesen zu sein als nur drei Tage. Wahrscheinlich, weil in dieser kurzen Zeit unglaublich viele Eindrücke zusammenkommen.
Und genau das macht Komodo so besonders. Es ist nicht nur das Tauchen. Es ist dieses gesamte Gefühl dort draußen zwischen den Inseln, den Sonnenuntergängen und dieser wilden, manchmal fast unwirklichen Natur.
Und wahrscheinlich ist genau das der Grund, warum unsere Gäste irgendwann wieder zurückkommen möchten.



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