- fanieboattours

- 13. Juni
- 5 Min. Lesezeit
Meine ersten Tauchgänge absolvierte ich in österreichischen Seen. Die Sicht war oft bescheiden und die Unterwasserwelt eher überschaubar. Als ich dann zum ersten Mal in tropischen Gewässern tauchte, war das eine völlig neue Welt. Doch mit dem, was mich bei meinem ersten Tauchgang nahe Labuan Bajo in Indonesien erwartete, hatte ich nicht gerechnet.
Plötzlich erschien aus dem Blau ein riesiger Mantarochen. Lautlos schwebte er über uns hinweg, elegant und scheinbar mühelos. In diesem Augenblick wusste ich, dass mich diese Tiere noch lange begleiten würden.

Mantarochen - eine Begegnung von der jeder Taucher träumt
Mantarochen gehören zu den größten Fischen der Welt. Mit Spannweiten von bis zu sieben Metern wirken sie unter Wasser fast unwirklich. Trotzdem strahlen sie eine unglaubliche Ruhe aus. Während andere Meeresbewohner hektisch durchs Riff jagen, gleiten Mantas entspannt durch die Strömung und scheinen dabei jede Eile der Welt vergessen zu haben.
Vielleicht ist es genau diese Mischung aus Größe und Gelassenheit, die so viele Taucher begeistert.
Jeder Mantarochen hat seinen eigenen Charakter
Mit der Zeit hatte ich das Glück, vielen Mantarochen beim Tauchen in Komodo zu begegnen , wo sowohl Riffmantas als auch die größeren Hochsee-Mantas anzutreffen sind.
Dabei fiel mir immer wieder auf, dass die Tiere ganz unterschiedlich reagieren. Manche ziehen stoisch ihre Bahnen und lassen sich weder von Tauchern noch von Kameras beeindrucken. Andere sind deutlich neugieriger.
An einen jungen Mantarochen erinnere ich mich besonders gut. Bei einem Tauchgang erlebt ich einen Manta der sich bäuchlings näherte und uns ein wenig erschreckte, in dem er mit seinem Bauch wie einen Schlag in unsere Richtung tat. Dann drehte er eine kleine Runde, kam zurück und schien sich über unsere verblüfften Gesichter zu freuen.
Natürlich weiß niemand, was in einem Mantarochen wirklich vorgeht. Aber solche Begegnungen zeigen, warum viele Taucher diese Tiere als besonders intelligent wahrnehmen.
Die letzte wirklich außergewöhnliche Geschichte erlebte ich auf einer Tour in den Norden des Parks. Einige Gäste hatten von einem Aussichtspunkt aus einen Albino-Manta fotografiert. Als sie mir die Bilder zeigten, musste ich gleich zweimal hinschauen. Ein riesiger, fast vollständig weißer Mantarochen zog seine Bahnen durch das Wasser.
Man verbringt viele Jahre mit Tauchen und Mantas, glaubt schon fast alles gesehen zu haben – und dann taucht plötzlich ein Albino auf. Genau solche Momente machen diesen Beruf und jede Ausfahrt so besonders. Die Natur schafft es immer wieder, einen zu überraschen.

Es gibt aber auch komplett schwarze Exemplare. Alle Mantas haben ihr eigenes unverwechselbares Muster am Bauch, anhand dessen sie identifziert werden können, vergleichbar unseren Fingerabdrücken.
Wellness-Termin unter Wasser
Zu den spannendsten Orten für Mantarochen gehören die sogenannten Putzstationen. Dort lassen sich die Tiere von kleinen Putzerfischen von Parasiten und abgestorbener Haut befreien.
Bei einem Tauchgang in Mantapoint Komodo verbrachte ich fast eine halbe Stunde damit, ein großes trächtiges Weibchen an einer solchen Station zu beobachten. Geduldig schwebte sie über dem Riff, während die Putzerfische ihrer Arbeit nachgingen. Ich hoffte insgeheim auf eine spektakuläre Beobachtung, denn das Tier wirkte, als könnte die Geburt ihres Jungtiers unmittelbar bevorstehen.
Doch wie so oft in der Natur lief alles nach den Regeln des Mantas. Als die Reinigung offenbar abgeschlossen war, verschwand sie langsam im Blau und ließ mich mit vielen Fotos – aber ohne die erhoffte Sensation – zurück.
Das trächtige Mantaweibchen - man kann schön sehen, wo das Jungtier zusammengerollt auf seine Geburt wartet.
Die Schattenseite des Tourismus
So faszinierend Mantarochen sind, so deutlich zeigen sich mittlerweile auch die Herausforderungen, mit denen sie leben müssen.
In den letzten Jahren habe ich den Eindruck gewonnen, dass Begegnungen seltener werden. Besonders auffällig ist, wie empfindlich viele Tiere auf schnelle Ausflugsboote reagieren. Oft verschwinden sie bereits, bevor Taucher überhaupt ins Wasser gelangen.
Hinzu kommen Verletzungen durch Bootsschrauben, Plastikmüll und Fischerei. Viele Mantarochen tragen sichtbare Narben davon. Auch unachtsame Taucher und Schnorchler können die Tiere stressen, wenn sie ihnen zu nahe kommen oder sie verfolgen.
Warum Mantarochen unseren Schutz verdienen
Mantarochen haben eine sehr niedrige Fortpflanzungsrate. Ein Weibchen bringt meist nur alle zwei bis drei Jahre ein Jungtier zur Welt. Gleichzeitig sind sie durch Fischerei, Beifang, Umweltverschmutzung und den Klimawandel bedroht.
Gerade deshalb ist verantwortungsvoller Tourismus so wichtig. Wer Mantarochen begegnet, sollte Abstand halten, die Tiere nicht berühren und ihnen immer die Möglichkeit geben, selbst über die Begegnung zu entscheiden.
Mit Ruhe und Geduld kommen einem beim Schnorcheln die plantkonfressenden Mantas sehr nahe. Ihr Maul und die Kiemen sind weit geöffnet, um Grill und kleinste Lebewesen aus dem Wasser zu filtern.
Fazit
Auch nach unzähligen Begegnungen stockt mir noch immer kurz der Atem, wenn ein Mantarochen aus der Tiefe auftaucht. Vielleicht liegt es an ihrer Größe, vielleicht an ihrer Eleganz oder daran, dass sie trotz ihrer Kraft so friedlich wirken.
Für mich gehören Mantarochen zu den beeindruckendsten Tieren der Ozeane. Und jedes Mal, wenn sie lautlos über mir vorbeigleiten, werde ich daran erinnert, warum der Schutz dieser außergewöhnlichen Meeresbewohner so wichtig ist.

Eine empfehlenswerte Seite zum Thema Manta: https://mantawatch.com
Hier gibt es auch die Möglichkeit eine Petition zum Schutz der Mantas in Indonesien zu unterschreiben und weiters findet man noch ausführlichere Informationen und Fotos zum Thema. Hier möchte ich noch den von MANTAWATCH erstellten Verhaltenskodex bei einer Mantabegegnung einfügen:
ZUHÖREN – Hören Sie sich die Einweisung Ihres Guides aufmerksam an. Das hilft Ihnen, die Auswirkungen auf die Natur zu minimieren, Ihre Sicherheit zu gewährleisten und ein längeres und spektakuläreres Erlebnis zu genießen.
BEOBACHTEN SIE - das Schauspiel und genießen Sie es. Für eine optimale Begegnung sollten Sie einen Abstand von mindestens 3 Metern einhalten und dem Mantarochen Zeit geben, von selbst näher zu kommen. Bitte berühren oder reiten Sie nicht auf Mantarochen, da dies die schützende Schleimhaut entfernen und zu Verletzungen führen kann.
WARTEN SIE– Schränken Sie die Bewegungsfreiheit und das Verhalten des Mantarochens nicht ein. Nähern Sie sich dem Mantarochen langsam. Jagen Sie Mantarochen nicht; längere und intensivere Begegnungen ergeben sich in der Regel durch geduldiges Warten und indem Sie dem Mantarochen erlauben, auf Sie zuzukommen.
BEWEGUNG – Taucher sollten sich auf oder in der Nähe des mit Geröll, Sand oder Felsblöcken bedeckten Meeresbodens aufhalten. Mantarochen benötigen eine offene Wassersäule zum Manövrieren und nähern sich, wenn man ihnen genügend Platz lässt. Bilden Sie mit Ihrer Gruppe einen Halbkreis, um dem Mantarochen einen freien Fluchtweg zu ermöglichen.
ATMEN – Seien Sie sich bewusst, dass ausgeatmete Luftblasen über Ihnen schwimmende Mantarochen erschrecken können.
DENKE NACH – Achte auf deinen Auftrieb, vermeide es, Korallen versehentlich anzustoßen oder zu beschädigen, und berühre das Riff nicht unnötig. Nimm nichts aus der Unterwasserwelt mit.
FOTOGRAFEN – Beachten Sie beim Fotografieren und Filmen bitte diese Regeln und nehmen Sie Rücksicht auf andere Taucher, um ein gutes Bild zu erhalten. Vermeiden Sie übermäßiges Blitzen. Für optimale Aufnahmen lassen Sie den Mantarochen auf sich zukommen.













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